Schönheitschirurgie
Die wenigsten Menschen sind mit ihrem Äußeren rundherum zufrieden. Meistens sind es Kleinigkeiten, die stören, wie etwa eine zu große Nase oder ein paar Fältchen. Charakterzüge, die einen Menschen unverwechselbar und einzigartig machen, die aber häufig nicht den gerade gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Immer mehr steigt die Zahl derjenigen, die sich überlegen, ob sie ihren kleinen, meist subjektiv empfundenen Makel mit einer Schönheits-OP beseitigen sollen. Denn Schönheitsoperationen sind inzwischen nicht nur gesellschaftsfähig, sondern regelrecht modern geworden. Sogar Heute junge und gesunde Menschen unterziehen sich heute Operationen, um ihrem Idealbild möglichst nahe zu kommen. Vor Jahren dienten kosmetische Operationen fast ausschließlich dazu, Opfer von Verkehrsunfällen oder Krankheiten optisch wiederherzustellen. Ebenso waren sie Personen vorbehalten, deren Äußeres tatsächlich durch die eine oder andere Laune der Natur überdurchschnittlich unansehnlich war. Mittlerweile gehört es in verschiedenen Kreisen fast schon zum guten Ton, sich unters Messer zu legen. Schönheitsoperationen werden heute nicht selten als ein Mittel zur Glückseligkeit angesehen, ein normaler Schritt hin zum Wunschgesicht und zum Wunschkörper.
Befürworter der Schönheitschirurgie argumentieren, jedem Menschen stehe es zu, im Rahmen seines Rechts auf Selbstverwirklichung frei über seinen Körper und sein Aussehen bestimmen zu können. Im Vergleich mit kosmetischen Zahnkorrekturen genössen Eingriffe an Brust, Nase oder Bauch zwar eine geringere gesellschaftliche Akzeptanz, seien aber keineswegs weniger legitim oder sinnvoll. Nie war der Trend zur Schönheitsoperation so stark wie im letzten Jahrzehnt - in Deutschland wie auch weltweit. Zwischen den -Jahren 2005 und 2008 verdoppelte sich hierzulande die Nachfrage. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Branche in den letzten 15 Jahren ihre Verfahren weiterentwickeln und ergänzen konnte. Viele schönheitschirurgische Methoden sind deswegen heute nicht nur schonender und zuverlässiger, sondern zugleich auch preiswerter geworden. Faltenunterpritzungen beispielsweise kosten in Deutschland zwischen 100 und 350 Euro, Brustvergrösserungen oder -verkleinerungen zwischen 4500 und 7000 Euro. Im Schnitt gibt man als Schönheitschrirgie Patient in Deutschland 2000 Euro aus.
Mittlerweile haben 5 Prozent aller Deutschen zwischen 40 und 50 Jahren eine Schönheitsoperation hinter sich, 20 Prozent davon sind Männer. Unzufrieden mit den Ergebnissen sind lediglich 6 Prozent, über 80 Prozent geben an, sich fühlen sich wohler oder attraktiver zu fühlen. Diese Kosten muss in Deutschland vom Patienten selbst getragen werden, denn die Krankenkassen helfen in diesem Fall keinerlei Hilfestellung. Weiterhin ist in jedem Fall zu bedenken, dass mit Schönheitsoperationen dieselben Grundrisiken einhergehen wie mit medizinisch indizierten Operationen. Zusätzlich bringt jede Anwedung ihre spezifische Risiken mit sich. Bei Brustvergrößerungen beispielsweise kann es zur Bildung einer Kapselfibrose, also einer Verhärtung des Bindegewebes um das Implantat, bei Faltenunterspritzungen zu über längere Zeit anhaltenden Schwellungen kommen, etc. Zwar sind solche Fälle bei professioneller Behandlung eher selten, vollständig auszuschliessen sind sie jedoch nie. Deswegen gehören ausreichende Bendenkzeit, Beratung durch einen objektiven Facharzt sowie ausführliche Rücksprache mit dem Hausarzt mit zum Pflichtprogramm für Menschen, die eine Schönheitsoperation erwägen.




